Öffentliche Bauten weisen regelmäßig lange Planungszeiten auf. Ausgestaltung und Finanzierung sind meist umstritten. Wo immer möglich, wird Ausschau nach Fördermitteln gehalten, um die eigenen Kosten zu reduzieren.
Geht es dann endlich los, lassen sich Landräte und Bürgermeister den ersten Spatenstich nicht nehmen.

Nun hat der Landkreis alles anders gemacht und nach rekordverdächtiger Schnellplanung ziemlich überraschend die Bauarbeiten für das Asylbewerberheim in Falkensee auf eigene Kosten und ohne Fördermittel begonnen. Da Bürgermeister Müller das sogenannte „gemeindliche Einvernehmen“ erklärt und damit die Mitsprachemöglichkeit verloren hat, ist er nur noch Zaungast. Obwohl, einen Bauzaun zur Sicherung der Baustelle – immerhin verläuft dort der Schulweg – gibt es bisher nicht, genauso wenig wie ein Hinweis auf den Bauträger und den Bauherrn. Alles Vorschriften, auf deren Einhaltung – zumindest bei privaten Bauvorhaben – penibel geachtet wird.

Bürgermeister Müller und die grüne Landtagsabgeordnete Nonnenmacher zeigen derweil wegen der Dringlichkeit volles Verständnis für den übereilten Baubeginn und bereiten die Bürger darauf vor, dass es nicht bei den 67 Asylsuchenden 2015 bleiben wird.

„Zwar“, so der Vorsitzende der AfD Havelland und der Fraktion in der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung Kai Gersch , „haben die Kommunen die verfehlte Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU und des Bundes auszubaden – dies bedeute doch aber nicht, dass sie den weiteren Zuzug und die auf Dauer angelegten Belastungen des Haushaltes freudig willkommen heißen müssen.“

„Ich vermisse die Bereitschaft, das Thema vom Ende her zu denken. Es herrscht bei allen anderen Parteien das Prinzip Hoffnung, dass nämlich die verordnete Willkommenskultur auch dann noch halten möge, wenn die Kassen leer und die Konflikte da sind“.

„Das aber“, so Gersch weiter, „ist bestenfalls naiv.“